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Bericht IM 70.3 / St. Pölten 2010
Martin Hackl: Mit einer eher düsteren Wetterprognose, aber TOP motiviert wagten sich Andi und ich an das wohl prominentest besetzte und zugleich schwerste Mitteldistanzrennen der gesamten IRONMAN-Serie! Die Anreise erfolgte bereits am Samstag, da organisatorisch für den Athleten hier einiges vor dem eigentlichen Rennen zu erledigen ist! Unzählige Anstellereien, Formulare hier und da, und überall tausende von Leuten…nichts für schwache Nerven…und nichts für Leute die glauben am Vor-Wettkampftag entspannen zu können. Wir checkten unsere Bikes in der Wechselzone ein und versuchten uns, so gut es ging, alle Wege einzuprägen! Dann wars Zeit für den Heurigen, wo´s uns auch mit ein paar Flaschen Wein gut gefallen hätte! So wars doch nur Hollersaft, aber was tut man nicht alles!
Den moderaten Morgengong gab´s um 4 Uhr früh, darauf folgend ein ausgiebiges Frühstück mit Marmelade, Nutella und Muffins! Andi zog es vor „nichts zu riskieren“ und die hauseigenen vorgefertigten Palatschinken „runterzuwürgen“! (Glaub das hat auch was können…) Von Traismauer, wo wir nächtigten, ging´s um 5 los Richtung Wettkampfgelände St. Pölten, wo wir gleich nochmals das Zeitfenster einer halben Stunde in der Wechselzone nützten, um nochmals die Luft in den Rädern zu kontrollieren und die notwendige Verpflegung am Arbeitsgerät zu platzieren! Alles eine eigene Wissenschaft, wenn man sich dort so umsieht… Wie schafft man es, pünktlich zum Schwimmstart seiner Altersklassenwelle zu kommen? Richtig, man macht sich bald genug auf den Weg! Taten wir auch, aber in voller Neoprenmontur ging auf den Engstellen Richtung See auf einmal gar nichts mehr! „Willst du über Wasser geeeheeen, musst du geduldig bei Holzbrücke ansteeeheeen“! Für Andi nicht ganz so tragisch, da man ja mit seinem Alter etwas später dran kommt ;), aber für mich wurde es dann wirklich knapp! Gerade noch den NEO fertig übergezogen, Reissverschluss zu, und Start! Ich kam eigentlich ganz gut weg, konnte mein Tempo relativ gleichmäßig schwimmen! Bis auf die üblichen Keilereien lief´s eigentlich ganz gut! Beim Landgang zwischen den Seen bemerkte ich, dass irgendein „netter Mitstreiter“ meine Uhr mit den Füssen erwischt hatte! Somit konnte ich meine Schwimmzeit nicht überprüfen, aber egal…Die ersten Anfeuerer Uschi und Michi konnte ich in groben Umrissen wahrnehmen. Im zweiten See dann etwas weniger Gedränge, und so fühlte ich mich dann ganz gut beim Verlassen des Wassers! Also auf zur ersten Wechselzone! Bikesackerl gleich gefunden, wurden schnell Schuhe und Dress angezogen, kurz getrunken und aufs DIXIE, tschüss und ab mit dem Rad durch die elendslange Wechselzone! Mit meinem neuen Bike waren dann die ersten 30km auf dem „Krems-Highway“ eine echte Freude! Konnte richtig Gas geben und zahlreiche Leute überholen! Wetter war relativ angenehm, bedeckt, aber bis jetzt ohne Niederschlag. Immer schön brav bleiben, wenn die Marshalls am Motorrad vorbeifahren, und die 10 Meter Abstand zwischen den Fahrern kontrollieren! Bei Krustetten dann der erste Anstieg, wo schon ein paar ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollten…Auf dieser Strecke sieht man sich immer zweimal, oder meist noch öfter! Schier übermenschliche Tempobolzer in der Ebene fahren meist langsamer bei den Anstiegen! Und die Bergfüchse verlieren im Flachland meist wieder! Die Kunst heißt „gleichmäßig einteilen“, leichter gesagt als getan! Ich achtete darauf, nie aufs Essen zu vergessen, und so stärkte ich mich kurz vorm 2. bösen Anstieg, in Aggsbach nochmals, um dann dort wankend im Wiegetritt hinauf zu torkeln…Hier gab's keine Ausreden mehr, ein Ausscheidungsberg, an dessen Gipfel alle fix und fertig bei der Labstation „einkehrten“. Inzwischen gab´s mehr Regen, und so wurde die Abfahrt stellenweise gefährlicher. Dennoch konnte ich mit stellenweise 70km/h Spitze an den trockenen Stellen richtig Tempo machen und noch etwas rausholen. Schließlich war ich nach 2:43 Radzeit für die 90km wieder in St.Pölten! Jetzt ging´s zum quälenden Abschluss, dem 21.1km Halbmarathon! Beim Rauslaufen konnte ich mich an einem konstant laufenden Herrn anhängen, den ich die nächsten Kilometer auch immer vor mir hatte! Der junge Mann hat mehr Zeit mit „auf die Uhr schaun verbracht“ als erlaubt ist…Bei Kilometer 10 musste ich dann zurückschrauben, mein Magen meldete sich schon, und ich wusste nicht so recht, was ich zu mir nehmen sollte! Angenehmes Laufwetter eigentlich, dennoch waren die wassergetränkten Schwämme bei den Verpflegungsstationen eine willkommen Erfrischung! Die Kilometer wurden immer länger und die Zeit immer mehr…so musste ich mich auf der 2. Runde doch ziemlich quälen, um meine Vorjahreszeit im Laufen zu unterbieten! Nach 2 Stunden und 5 Minuten war ich zufrieden im Ziel, konnte mich um knapp 20 Minuten zum Vorjahr verbessern. Dennoch: Der Hebel gehört beim Laufen angesetzt, hier bin ich noch viiiiiiiel zu langsam… Einen Riesenrespekt an meinen Vereinskollegen Andi, der hier bei seiner ersten Mitteldistanz eine Riesenvorstellung abgab! Gratuliere, jetzt Kärnten, oder? Ein außerordentliches Dankeschön ergeht an alle mitgereisten Fans und Betreuer von mir: Allen voran meine Freundin USCHI, die mich unermüdlich mit unserem neuen Megaphon voranpeitschte, meine Schwester Johanna die zum ersten Mal bei so was dabei war, Georg und Nikola die´s gerade pünktlich zum Start des Laufes geschafft haben! Martina, Claudia, und natürlich die Vereinskollegen Michi und Hannes, denen auch wirklich gar nichts entgangen ist, und die uns immer wieder pushten…Super dass alle da wart's!!!! Ohne euch wär´s noch viiiiiiiiel schwerer! Andreas Leitner: Die Vorbereitung auf meinen Saisonhöhepunkt, den IRONMAN 70.3, verlief bis aufs Wetter und ein kleines Problemchen mit der Achillessehne nach Plan. Eine Woche vor dem Wettkampf fing ich mir aber eine blöde Erkältung ein und musste sogar kurz um die Teilnahme bangen. Nachdem ich zwei Tage vor dem Start aber doch wieder halbwegs fit war, packte ich mein Zeugs und ab ging’s nach St. Pölten, mit Claudia an meiner Seite. Am Samstag, beim Eintreffen am Gelände des IM 70.3 merkte man schon: Das ist eine andere Liga – das Flair, die internationalen Teilnehmer, die vielen Weltklasseathleten wie Chris Mc Cormack oder Marino Vanhoenacker. IRONMAN eben… Meine Freude wurde aber schnell getrübt. Schon beim Registrieren fing der Anstellmarathon an. Das große Zelt war randvoll, jeder wollte sich registrieren, die Tageslizenzen lösen, seine Startunterlagen abholen. Keiner wusste so recht, wo er sich jetzt eigentlich anstellen soll - keine richtige Organisation nur Chaos! Nach über 1 Stunde hatte ich dann endlich meine Sachen. Die Menschenschlangen setzten sich beim Essen und beim Rad Check-In fort. Im Grunde war es ein einziges Anstellen von Samstag bis Sonntag – der Veranstalter schien mit den über 3000 Teilnehmern etwas überfordert zu sein. Auf Grund der hohen Teilnahmegebühr von EUR 190,00 bin ich schon ein klein wenig sauer. Bei der Registrierung trafen wir uns mit Martin und seiner Freundin Uschi. Dass wir von unseren Frauen nicht nur seelischen Beistand hatten, sondern auch mit einem mitgebrachtem Megaphon (!) lautstark angefeuert werden sollten, war eine tolle Sache! Von den Strapazen des Vorrenntages konnten wir uns erst am Abend im Quartier erholen. Beim ums Eck gelegenen Heurigen füllten wir unsere Kohlenhydratreserven nochmals ordentlich auf. Um 21.30 Uhr ging’s dann ab ins Bett. So richtig schlafen ging aber nicht mehr… um 4.00Uhr raus aus den Federn und ab zum Startgelände. Wetter: Nicht so schlecht wie angekündigt. Wechselhaft, leichtes Nieseln und bis zum Start sogar etwas Sonne, fast kein Wind. Vorbereitungen in der Wechselzone: Luftdruck der Reifen prüfen, Trinkflaschen positionieren, Riegel und Gels einpacken, den Wechselplatz nochmals einprägen, Neo anziehen und ab zum Start. Am Gelände des Schwimmstarts herrschte teilweise so großes Gedränge, dass man froh sein musste, rechtzeitig zum Start zu gelangen. Martin, der bei Startwelle 4 an der Reihe war schaffte es gerade noch. 15 min später, mit Welle 5 ging’s für mich los. Beim Schwimmen hatte ich ein gutes Gefühl, trotz Gedränge sowie einigen Tritten und Schlägen und inkl. eines etwas längeren Landganges zw. den beiden Seen, bin ich mit der Schwimmzeit sehr zufrieden: 0:37:34 Der Wechsel auf das Bike dauerte bei mir lange, da ich mich entschloss auf Grund meiner Beschwerden mit der Achillessehne die engen Kompressionsstuzen anzulegen. Das Radfahren ging eigentlich relativ gut von der Hand, trotz zweier knackiger Steigungen, einem kräftigen Regenschauer und einiger Stürze vor mir bei den Bergabfahrten. Ich glaubte noch Reserven für den bevorstehen Lauf zu haben und kam nach 2:39:56 (33,8 km/h) zur Wechselzone. Ernährungstechnisch setzte ich auf komplette Eigenverpflegung während des Radfahrens, d.h. 2x 750ml Maltogetränk + 3 Riegel sowie 2 Gels. Hinuntergebracht hab ich aber nur je die Hälfte davon. War aber kein Problem, ich hatte immer ein gutes Bauchgefühl. Das Laufen war der härteste Teil der ganzen Sache. Ich versuchte meinen Rhythmus zu finden, konnte aber das vorgenommene Tempo nicht halten… ich war am Limit. Das Radfahren hatte doch mehr Kraft gekostet als angenommen. Durch die lautstarke Unterstützung von Claudia, Uschi (mit Megaphon) samt Anhang, sowie Michi und Hannes waren die zwei Laufrunden doch halbwegs erträglich: 1:43:56 Nach 5 Stunden 13 Minuten und 5 Sekunden endlich im Ziel – sehr geiles Gefühl in der großen Eventarena einzulaufen, super Strecke, geniale Stimmung… DANKE an alle für eure Unterstützung!!! |








