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Bericht Dextro Energy Triathlon in Kitzbühel 2010

 

  • Michaela Larndorfer: „…Wenn der „Arschberg“ ruft…“

    Eigentlich hatte ich mein sportliches Jahresziel 2010 durch den Linz Triathlon und einer ersten, unerwarteten olympischen Distanz beim Mostiman in Wallsee schon mehr als erreicht.

    Bei einem kurzen Gastspiel beim Cross Triathlon in Pucking beschloss ich, der Einladung meines „Lieblings- Puckinger- Tri-Freundes“ zu folgen, beim Bewerb über die olympische Distanz in Kitzbühel zuzusehen. Die beste Sicht hat man bekanntlich direkt im Geschehen, und so erfolgte kurzerhand meine Nachmeldung. Zusätzlich durfte ich mir für den Bewerb noch ein Rennrad ausleihen und mein heißgeliebter Retro-Hobel musste dieses Wochenende erstmals zu Hause bleiben. Ich bekam sogar noch einen Schnellkurs zum Thema „Wie schalte ich richtig - ohne Rahmenschaltung?“
     
    Am Freitagabend in Kitzbühel angekommen, holten wir uns in der Eventarena die Startunterlagen ab. Das geborgte Rad wurde eingecheckt, in der Bergschenke Krin das Lager bezogen und die letzten Vorbereitungen getroffen. Dazu gehörte vor allem die Versorgung der Blasen auf meinen Fußsohlen, die ich mir beim letzten Training am Mittwoch davor noch „eingetreten“ habe. Ich habe mich an diesem Abend ernsthaft gefragt, wie ich den nächsten Tag überhaupt jemals in Laufschuhen überleben sollte…
     
    Am Samstag früh war es dann soweit. Tagwache um 5.00 mit anschließendem Frühstück um 5.30. Danach ging’s von der Bergschenke runter ins Tal, um die Wechselzone einzurichten. Die letzten Nebelschwaden waren einstweilen verschwunden und vor uns lag der wunderschöne Schwarzsee. Schnell rein in den kuscheligen Neo und ab zum Einschwimmen.
     
    Pünktlich um 8.02 erfolgte vollkommen unerwartet der Startschuss, und jeder hüpfte ins Wasser, sobald er nicht mehr auf die Einleitungsmusik „Pirates of the Caribbean“ wartete. 19 Grad kaltes Wasser und eine Sicht von 25 cm begleiteten mich die ersten 1,5 Bewerbskilometer. Durch die lange Startzone gab es so gut wie kein Gerangel, und somit für mich erstmals im Triathlongeschehen keine Ober-, Unterwasserwatschen :-)). Auf einen Landgang wartete ich vergebens, und so wurden die 1,5 km erstmals durchgeschwommen….wie nett! Raus aus dem Wasser und durch den Luftmangel noch etwas benommen nahm ich eine kleine Abkürzung durch die Absperrung in die Wechselzone. Rauf aufs Rad und los ging’s…
     
    Ich „raste“ also nun mit meinem neuen, geborgten Rennhobel die Bundesstraße über Reith bis zum Wendepunkt kurz vor Going entlang. Es ging immer leicht bergab, und auf dem Tacho (JA! Das Ding hatte sogar einen Tacho!!) stand 42 km/h. Ach wie ich mich freute !! Kurz nach der Wende galt es rechts abzubiegen und dem Ruf des Astberges zu folgen.(Zitat der Puckinger Freunde: „oder heißt er doch Arschberg?“). Dort geht es ca. einen Kilometer halbwegs steil bergauf.
    Nach ca.  200m bemerkte ich erstmals die fehlenden Radschuhe, denn ich konnte mit den Laufschuhen auf den Clips nicht wirklich aufstehen.
    Nach dem Motto „…wer den Berg nicht liebt, der schiebt..“ beschloss ich einfach abzusteigen. Die mitleidigen Blicke mancher Kollegen taten mir nicht weh, denn ich war beim schieben fast genau so schnell….aber meine Beine waren viel erholter für den späteren Lauf. Es geht nichts über eine ausgeklügelte Strategie :-))

    Knapp vor Ende der ersten Runde wurde ich noch kurz aufgehalten, als mir ein rot-getigerter Kater bei 30 Sachen fast gegen mein Vorderrad lief. Garfield verschwand im Gebüsch und ich fuhr leicht zitternd weiter. Zum Glück war er nicht schwarz! Bei der zweiten Runde war ich schon etwas entspannter und nutze die Schiebezeit um meine Flüssigkeitsspeicher aufzufüllen. Endlich waren sie da, die letzten Meter zur Wechselzone! Ein kurzer Rundblick um sicher zu gehen, nicht doch noch mal vom Stubentiger attackiert zu werden, rein in die Wechselzone und los ging’s auf die Laufstrecke.
     
    Und…endlich wieder Berge!! Vor mir lag eine sehr kupierte 5km-Runde, die es 2 Mal zu bewältigen galt. Die Sonne kam nun langsam hervor, und somit wurde die Wasserflasche zum fixen Bestandteil beim Laufen. In der zweiten Runde kämpfte ich schon sehr mit meiner Körperhaltung und meinen Rückenschmerzen, doch auf Kilometer 7 hatte ich plötzlich eine Erscheinung in Form meines „Lieblings-Puckinger-Tri-Freundes “, der mir nach seinem eigenem Finish wieder entgegen lief um mich die letzten drei Kilometer mental zu unterstützen. Dabei flog als erstes meine geliebte Wasserflasche ins Gebüsch, denn die war angeblich unnötiger Ballast, und es folgten ein paar  aufmunternde Worte.
     
    Ein paar Schritte noch, und das Ziel war zum Greifen nahe. Die letzten paar Meter konnte ich mich sogar noch soweit motivieren, einen Sprint hinzulegen, um noch eine Mitstreiterin hinter mir zu lassen.
     
    Und dann…..FINISH in 2h 54min!!! Was für ein Gefühl! Die Schmerzen haben den Endorphinen Platz gemacht und mein Entschluss stand gleich fest: „ Hasta la Vista Astberg- I’ll be back!! “
     
    Nachmittags zeigten uns dann die Profis der ITU-Worldseries dann wie es wirklich geht. Der Fahrtwind, der einem ins Gesicht weht, wenn man ganz nah an der Strecke steht und die Atlethen im Feld vorbei flitzen ist wirklich beeindruckend. Läuferische Höchstleistungen wurden uns speziell von Gomez geboten, der trotz Penaltybox noch einige Ränge rausholen konnte.

    Alles in allem ein tolles Erlebnis und eine ordentliche Portion Motivation um in der kommenden Saison so richtig Gas zu geben !
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